So fing alles an: zu meinem
Geburtstag bekam ich Pastellkreide geschenkt.
Du sollst dir was Gutes tun, meinte meine Freundin.
Ich schaute sie an und wir fingen beide an zu lachen. Zuhause
setzte ich mich dann tatsächlich damit auseinander.
Tutorials geschaut, auf Pinterest gestöbert, langsam angefangen,
mit der Kreide irgendetwas zu machen. Später fand ich auf
Facebook eine niederländische Seite: Iedere dag een
tekening" jeden Tag eine Zeichnung. Mit dem Hintergedanken:
Nimm dir fünf Minuten am Tag Auszeit und tu dir was Gutes.
Das passte doch perfekt zu mir und meinem Geschenk. Jeden Tag
eine Zeichnung das hat mir unglaublich viel gebracht. Ich
lernte viel über Materialien, Techniken, Stilrichtungen.
Ich war wie ein Schwamm und saugte alles auf, was mir begegnete.
Irgendwann kam ich allerdings nicht mehr mit. Das Level wurde
zu hoch. Perspektive? Portraits? Vieles, das ich einfach nicht
verstand. Wäre mir nicht irgendwann die Kategorie Abstrakt
über den Weg gelaufen, würde meine Pastellkreide heute
verstauben. Diese tägliche Praxis hat mich so geprägt,
dass ich wirklich jeden Tag etwas aufs Papier bringe. Jeden Tag
etwas anderes.
Deshalb sind meine Werke so unterschiedlich ohne großes
Konzept, aber mit ganz viel Spontanität und Spaß. Was
mich außerdem geprägt hat: mein Praktikum beim Lithografen.
Ich wusste vorher gar nicht, was er genau macht nur, dass
mir seine Kunst gefiel und ich es spannend fand. Wieder tauchte
ich ein in eine unbekannte Welt, die mich faszinierte. Ohne ihn
stünde ich nicht da, wo ich heute bin. Aber im Herzen bin
ich einfach jemand, der Spaß daran hat, kreativ zu sein
und vieles auszuprobieren auch wenn nicht immer etwas Fertiges"
dabei herauskommt.