Yvonne Herrchen-Pijnenburg
 
 

So fing alles an: zu meinem Geburtstag bekam ich Pastellkreide geschenkt.
„Du sollst dir was Gutes tun“, meinte meine Freundin. Ich schaute sie an – und wir fingen beide an zu lachen. Zuhause setzte ich mich dann tatsächlich damit auseinander.

Tutorials geschaut, auf Pinterest gestöbert, langsam angefangen, mit der Kreide irgendetwas zu machen. Später fand ich auf Facebook eine niederländische Seite: „Iedere dag een tekening" – jeden Tag eine Zeichnung. Mit dem Hintergedanken: Nimm dir fünf Minuten am Tag Auszeit und tu dir was Gutes. Das passte doch perfekt zu mir und meinem Geschenk. Jeden Tag eine Zeichnung – das hat mir unglaublich viel gebracht. Ich lernte viel über Materialien, Techniken, Stilrichtungen. Ich war wie ein Schwamm und saugte alles auf, was mir begegnete. Irgendwann kam ich allerdings nicht mehr mit. Das Level wurde zu hoch. Perspektive? Portraits? Vieles, das ich einfach nicht verstand. Wäre mir nicht irgendwann die Kategorie Abstrakt über den Weg gelaufen, würde meine Pastellkreide heute verstauben. Diese tägliche Praxis hat mich so geprägt, dass ich wirklich jeden Tag etwas aufs Papier bringe. Jeden Tag etwas anderes.

Deshalb sind meine Werke so unterschiedlich – ohne großes Konzept, aber mit ganz viel Spontanität und Spaß. Was mich außerdem geprägt hat: mein Praktikum beim Lithografen. Ich wusste vorher gar nicht, was er genau macht – nur, dass mir seine Kunst gefiel und ich es spannend fand. Wieder tauchte ich ein in eine unbekannte Welt, die mich faszinierte. Ohne ihn stünde ich nicht da, wo ich heute bin. Aber im Herzen bin ich einfach jemand, der Spaß daran hat, kreativ zu sein und vieles auszuprobieren – auch wenn nicht immer etwas „Fertiges" dabei herauskommt.

 
 


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