Er beginnt in seinem 50. Lebensjahr
künstlerisch produktiv zu werden. Anfänglich hauptsächlich
mit Öl auf Leinwand. Hier entstanden in der ersten Zeit die
meisten Landschaftsbilder, späterhin immer mehr abstrakte
Werke, deren Komposition von philosophischen Themen durchwurzelt
scheinen.
Einen eigenen Stellenwert nehmen die aufwendigen skultpuralen
Installationen ein. Harte, widerspenstige doch edle Materialien
geraten hier zur Attitüde einer allegorischen Organik. Vereinigung
des Nicht-Vereinigbaren?
Normalerweise, zu Beginn eines entstehenden Bildes, stehen die
geordneten, unterschiedlichen Farben alle zusammenhanglos zueinander.
Der Künstler beginnt zu malen, er wählt einen Farbton,
dann einen anderen, noch einen vielleicht, mischt, trägt
auf, bringt zusammen usw. das Geschaffene: Eine orchestrierte
Synthese.
Nicht so bei Duan Radan!
Er geht den umgekehrten Weg: Er beginnt mit dem Kosmos der holistischen
Gefühls- und Gedankenwelt, die sich in ihm über 50 Jahre
seines Lebens vermengt, angesammelt und nicht hinausgefunden hat.
Sein Ausgangspunkt ist bereits das vermischte Sammelsurium. Sein
Arbeiten ist ein Ab-Arbeiten, seine Auseinandersetzung ein Auseinander-Setzen
und besteht darin aus dem Ganzen seine Elemente herauszuschälen,
zu zerlegen. Man stelle sich einen Farbeimer vor in welchem alle
Farben bereits vermischt sind und der Künstler macht sich
nun daran das Chaos zu entwirren, die Farben zu disparieren, Strukturen
und Formen dem Urzustand folgend aufzudecken